LIUN + The Science Fiction Band

LUCIA CADOTSCH
WANJA SLAVIN
+ feat. guests

„This album is a masterpiece.“
Kurt Rosenwinkel, 2025

Heartcore Records präsentiert Does it make you love your life? – das dritte Album von Lucia Cadotsch und Wanja Slavin mit ihrem Projekt LIUN + The Science Fiction Band.

Nach den Vorgängeralben Time Rewind und Lily of the Nile meldet sich das Duo mit seinem bisher ambitioniertesten Werk zurück – ein schillernder Hybrid, ein elektroakustisches Studioalbum mit einem 13-köpfigen Streicherensemble, zahlreichen Mitwirkenden aus der florierenden Berliner Musikszene und Cadotschs unverwechselbarem Vocal Style. Gemeinsam haben Cadotsch und Slavin eine vielschichtige Welt geschaffen. Cadotsch sorgt mit ihren Texten, Melodien und dem visuellen Konzept für die emotionale Tiefe des Projekts, während Slavin mit seinen Arrangements, der Produktion und dem Mix die akustische Ebene des Albums zeichnet. The one and only Kurt Rosenwinkel hat das Album gemastert und einen superben Job gemacht. Begleitend zum Album erscheint eine Reihe an Musikvideos, die in Zusammenarbeit mit der Meisterin des Post-Post-Modern-Dance Meg Stuart entstanden sind.

Liner Notes von Francesco Wilking:

Prolog
LIUN + The Science Fiction Band sind Lucia Cadotsch und Wanja Slavin. Does it make you love your life ist ihr drittes Album. Von den ersten Demos bis Masterabgabe sind nicht weniger als 5 Jahre vergangen; es hat sich gelohnt. Es war wohl soviel Zeit nötig, um Geschriebenes in Leichtigkeit zu fassen. So mutig, so vielschichtig, so offen klingt dieses Album – wie die Party nach allen Parties, wie die letzte Tür im letzten Raum, die endlich ins Freie führt.

LIUN + The Sci Fi Band
Does it make you love your life? oder über Singularität in der Musik
Müsste es nicht viel eher heissen „BUT does it make you love your life?“ Von wegen: Chips schmecken gut, aber machen sie, dass du dein Leben mehr liebst? Wenn ja, alles gut.
Es ist toll, einer Platte eine Frage voranzustellen, wobei: LIUNs Frage ist eher kategorischer Imperativ und fordert eine Dringlichkeit ein, kommt vielleicht daher, dass die Science Fiction Band so viele Wege beschritten, so viele Stunden in Studios und Kellern mit Schreiben, Hören und Spielen verbracht, sich so viele Gedanken gemacht hat, dass sie zu den Hörer*Innen sagen möchte. „So, jetzt du.“

So, jetzt ich. Ich höre die Platte, da wo jede*r sie hören sollte: in einem Zug. Wozu Videos, wenn es Landschaften gibt. Birken schiessen vorbei, und der erste Track Speak To Me beginnt. Irgendwo in der Ferne – oder in meinem Kopf – formen sich kleine Rinnsale zu Flüssen, Musik wie im Märchen, flächig, rückwärts, verwaschen elektroakustisch. Dann fahren wir in eine Stadt ein, vielleicht New York, der Beat setzt ein, klar und trocken nach vorne gemischt wie in einem Madlib-Track. (An den Drums Wunderkid Noah Führbringer.) Lucia Cadotsch singt mit entwaffnender Klarheit; „I am not the one to fight your war”. Hier sind schon die großen Stärken dieses Projekts vereint, schier endlose Musikalität, der Vibe und eine Sängerin, die schlafwandlerisch sicher zwischen großer Bühne und Tagebuch pendelt.

Letters beginnt mit einem Slavin Flöten-Pattern, man erinnert sich, wie Hermeto Pascoal mal nackt auf einer Glasflasche im Amazonas spielte. Dann kaskadierende Streicher wie aus Bernhard Herrmanns Vertigo-Soundtrack, Lucia singt entwaffnend schön von Trauer und Briefen, die man hätte schreiben sollen oder lieber nicht abgeschickt hätte, dann fahren wir durch Kinshasa; es klingen die Likembes von Konono Nº1 an, um überraschend von einem kühlen Synth-Bass und four-to-the-floor Beat abgelöst zu werden. Berlin, der Zug endet hier. Weiter kann Musik nicht reisen.
In vielen Liedern wird eindrucksvoll eine Szenerie gemalt, ein Teppich ausgerollt mit Flächen und Arpeggi über die dann Lucia Cadotsch mit einem schwarzen Oversize-Blazer steigt, eckig tanzend wie eine weltmüde Version von David Byrne aus „stop making sense“ und Statements in den Bühnenhimmel ruft, oder eben die Frage stellt: Does it make you love your life? Ja, tut es, und das Schöne ist: Hier ist Raum für alles, Euphorie, Melancholie, Polyrhythmik, Saxophon- und Synthesizer-Soli, die nicht nach Jazz-Kür, sondern wie Übungen in Freiheit klingen.
Apropos tanzen: Die Meisterin des Post-Post-Modern-Dance Meg Stuart hat die Videos zu „Speak To Me“ und „Faye Dunaway“ choreographiert.

In der Astrophysik bezeichnet der Begriff Singularität das Phänomen, dass es Zustände gibt, etwa schwarze Löcher, wo die Gesetze der Physik ausgehebelt sind, wo es in einem kleinen Punkt unendliche Ausdehnung gibt.
Wir haben hier nicht die Musik aller Zeiten und Kontinente auf einer Platte, aber LIUN + The Sci Fi Band präsentieren eine solche Dichte an Styles, die sich so gruselig homogen zueinander verhalten, daß man an Magie oder wenigstens Super-String Theorie denkt.
Singularität bezeichnet technologisch auch den Moment, wo die Rechner dieser Welt so mächtig und schlau werden, dass sie übernehmen. Das wiederum hat zum Glück nichts mit diesem Thema zu tun. Hier wurde menschliche Energie mit allen Kanten und Hakenschlägen, inklusive kreativer Verspieler und Vier-Uhr-Morgens-Ideen in Musik umgewandelt, die unabhängig und groß ist, aber an allen Enden mit der Welt zusammenhängt. Musik, die ihre ersten Kindheitserinnerungen mit Jazz verbindet, aber weiß, dass Genres fluid sind wie Gender.

Dieses aussergewöhnliche Duo hat mit Does it make you love your life? eine besondere Platte gemacht, die jeden Raum, in dem sie zum Klingen kommt, bereichert.

Francesco Wilking (Die Höchste Eisenbahn), Berlin 22. Februar 2025

 

„Your album is sooooo killing. Extra extra good. I love it.
Congrats, for me it’s an instant classic.“

Kurt Rosenwinkel, 2019

 

„Synthpop für die Menschen von übermorgen“
Francesco Wilking, 2019

 

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